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Grußwort des VJSH - Solidarität mit Israel - Gegen antisemitischen Terror!




Liebe Freundinnen und Freunde,


wir vom VJSH bedauern sehr, dass wir unsere Dankbarkeit für euer Erscheinen und euer Engagement in dieser schwierigen Zeit nicht persönlich, sondern nur in der Form dieses Grußwortes überbringen können. Während unsere Familien und Freunde in Israel Tag für Tag, Nacht für Nacht Schutz vor den Raketen aus Gaza suchen müssen, während Studenten, Arbeitende – junge Menschen wie wir es sind – zum Reservedienst eingezogen werden, um die Zivilbevölkerung zu schützen – in dieser Zeit sind leider auch wir in Deutschland nicht sicher vor der menschenverachtenden Terrormaschinerie, die keinen Halt vor Staats- oder Regionengrenzen macht. Es wird uns erneut und brutal vor Augen geführt, dass das Schicksal der Juden in Deutschland nicht losgelöst ist von dem Schicksal Israels. An jedem Ort auf der Welt sind jüdische Einrichtungen, Synagogen, Schulen, Kindergärten, das Ziel antisemitischer Angriffe. Dass jüdisches Leben in der Diaspora dennoch möglich ist, ist auch wesentlich der Existenz des Staates Israel zu verdanken, der stärksten Interessensvertretung für Juden auf der ganzen Welt. Die bedingungslose Solidarität mit Israel stellt für uns daher die wichtigste Voraussetzung für ein Leben in der Diaspora dar. Israel wird für uns immer ein sicherer Zufluchtsort sein, sollte Deutschland eines Tages nicht mehr in der Lage sein uns zu schützen.


Noch letztes Jahr, an seinem ersten Jahrestag, erinnerten wir uns an den schrecklichen Terroranschlag von Halle, an dem ein deutscher Rechtsextremist drei Menschen ermordete. Ein gewaltiges Blutbad in der Synagoge in Halle wurde nur durch einen Zufall verhindert. Waren wir damals schon verunsichert und hinterfragten unsere Zukunftsaussichten in Deutschland, so tun wir es in diesen Tagen umso mehr angesichts antisemitischer Mobs, die durch die Straßen sämtlicher deutscher Städte ziehen, in ihren auf Arabisch und Deutsch skandierten Parolen ihren Vernichtungsphantasien frönen und jüdische Einrichtungen angreifen.


Die deutschen Medien und die Politik gelobten nach 2019 aus Halle lernen zu wollen. Wir fordern von der deutschen Öffentlichkeit nun auch aus Gelsenkirchen, Bonn, Münster und Mannheim zu lernen und das Gelernte endlich anzuwenden. Denn die Vernichtungsdrohungen, die hier zum Ausdruck kommen, finden derzeit ihre Vollendung in Israel, in Form des kriegerischen Terrors mit dem Ziel jüdisches Leben in der Region auszulöschen. Als Israelkritik verpackter Antisemitismus ist nicht weniger zerstörerisch als alle anderen Formen des Antisemitismus.


Dieses Jahr begehen wir das 1700-jährige Jubiläum jüdischer Präsenz auf deutschem Boden. Wenn diese lange Geschichte jüdischer Präsenz fortbestehen soll, brauchen wir keine Lippenbekenntnisse der deutschen Politik, sondern konkretes Handeln und Einstehen für die Jüdischen Gemeinden im Land und den Staat Israel.

Diejenigen, die derzeit gegen Israel mobilisieren, sehen sich der Losung verpflichtet, stets auf der Seite der Unterdrückten zu stehen. Aber wenn wir uns als Juden aus unserer Unterdrückung befreien, und denen, die uns vernichten wollen, stark entgegenstehen, dann ist ihnen dies ein Dorn im Auge.


Doch heute haben sich hier Menschen versammelt, die aufrichtig an unserer Seite und für jüdische Selbstbehauptung einstehen. Bei ihnen – den Kommunen, den Landesregierungen, Parteien und zahlreichen Personen – bei euch allen, die uns insbesondere in dieser Zeit ihre Solidarität entgegenbringen – möchten wir uns heute ganz besonders bedanken.


Wir möchten auch an dieser Stelle ausdrücklich dem Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Uwe Becker, unseren Dank aussprechen, der sich unentwegt für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und für den Staat Israel einsetzt. All diejenigen, die sich mit uns solidarisch zeigen und gegen Antisemitismus und Terrorismus auf vielfältigen Wegen streiten, geben uns einen Grund zur Hoffnung.

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